Blau ist im Modell die einzige Augenfarbe, die über zwei Abwesenheiten definiert ist: Ein Kind bekommt sie nur, wenn es weder ein Braun- noch ein Grün-Allel erbt. Genau deshalb lohnt sich diese Zahl — für Blau müssen beide Genpaare beider Eltern zusammenspielen, während Braun schon am Braun-Genort entschieden ist. Jedes Feld steuert eine von drei Zahlen bei: die Chance, dass dieses Paar sein rezessives Allel weitergibt — 1 bei bb oder gg, ½ bei Bb oder Gg, 0 bei BB oder GG.
Beide Genorte gelten als unabhängig, die vier Chancen werden also einfach multipliziert. Die Standardwerte sind die klassische Kreuzung, beide Eltern Bb und Gg: ½ × ½ = ¼ für kein Braun, nochmals ¼ für kein Grün, und ¼ × ¼ = 6,25 % Blau. Dieselbe Struktur erklärt die Ränder der Tabelle.
Ein einziges BB oder GG setzt seinen Faktor auf 0 und schließt Blau ganz aus; sind beide Eltern bb und gg, gibt es nichts anderes weiterzugeben, und das Modell nennt 100 %. Was die Seite nicht liefern kann, ist ihre eigene Eingabe. Die heutige Genetik beschreibt die Augenfarbe als polygen — OCA2 und HERC2 tragen am meisten, dazu ein Dutzend weiterer Gene —, das saubere Genpaar zur Auswahl ist also eine Schulkonvention und nichts, was sich einer Iris oder einem Stammbaum ablesen ließe. Alles nach dieser Wahl rechnet exakt; die Wahl selbst ist die Vereinfachung.