§ 3 MuSchG kennt zwei Fristen und eine Brücke dazwischen. Die vorgeburtliche beginnt sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin, wie ihn das ärztliche Zeugnis oder das einer Hebamme ausweist — sechs Wochen sind 42 Kalendertage, und der Entbindungstag selbst wird dabei nicht mitgezählt. Sie endet mit der Geburt, ganz gleich wann die kommt.
Die nachgeburtliche läuft acht Wochen ab dem Entbindungstag, bei Frühgeburten und Mehrlingsgeburten zwölf. Bei einer ärztlich festgestellten Behinderung des Kindes sind es ebenfalls zwölf Wochen, aber nur, wenn die Frau das beantragt. Die Brücke ist der Satz, den die meisten übersehen: Kommt das Kind vor dem Termin, verlängert sich die Frist nach der Geburt um genau die Tage, die vorn verloren gegangen sind.
Mehr als 42 kann sie nicht gewinnen, denn mehr hatte die vorgeburtliche Frist nie. Kommt das Kind später, verlängert sich stattdessen die vorgeburtliche Frist bis zur Entbindung, und die acht Wochen danach bleiben acht Wochen. Was hier nicht gerechnet wird: Totgeburt, Tod des Kindes und Fehlgeburt fallen unter eigene Absätze mit eigenen Fristen.
Auch die ausdrückliche Bereiterklärung, mit der eine Frau in den sechs Wochen vor der Geburt weiterarbeiten darf, bleibt außen vor. Und der wichtigste Satz zum Schluss: verbindlich rechnen Krankenkasse und Arbeitgeber. Diese Seite rechnet nach.